Gärtnern im Garten des Lebens

Sich auf den Weg „machen“, den es in Wahrheit nicht gibt. Um zu einem Ziel zu gelangen, bei dem wir längst angekommen sind!

Den Garten des Lebens gilt es zu hegen und zu pflegen. Anzuerkennen, was wo wachsen will und der Stimme des Herzens zu vertrauen. Manches braucht die volle Sonne, um zu gedeihen und zu blühen. Manches fühlt sich auch im Schatten wohl und kann sich hier voll entfalten. Manches ist genügsam im Wasserverbrauch. Und Manches muss sich erst tief verwurzeln, um zur Quelle zu gelangen.

Alles braucht Luft zum Atmen und Pflege für gutes Gedeihen. So kann ich das Richtige tun und das Falsche lassen (wir wissen insgeheim alle, was das bedeutet!).

Das oft zahlreiche „Unkraut“ in meinem Garten des Lebens kann ich als WILDKRAUT betrachten, das überall wild und ungezähmt aufschlägt. Gestatte ich ihm ein Plätzchen in meinem Garten einzunehmen, so können wir in Symbiose miteinander leben. „Win Win“ sozusagen. Unkräuter sind meist auch Heilkräuter. Gut für unsere Pflanzen und gut für uns. Ich kann einen Dünger aus ihnen herstellen oder sie zur Schädlingsbekämpfung nutzen.

Wer kennt es nicht, das unliebsame Kritiker oder unser eigenes Fehlverhalten (die vermeintlichen Schädlinge und Unkräuter) im Nachhinein plötzlich einen Aufschwung verschaffen?

Auch der ganze „Mist“, Verdorrtes und Vergangenes, Abgestorbenes und Verfaultes wird zu einem guten Nährboden für neues Wachstum, auch, wenn es manchmal zum Himmel stinkt!

Was ich säe werde ich ernten – wenn ich mich gut darum kümmere!  Und ich muss wissen, was ich ernten will!

Aus Bohnen entstehen keine Kartoffeln. Und mag ich überhaupt Bohnen? Ich darf Vorlieben haben und mich auch gegen etwas entscheiden. Es ist ja schließlich mein Lebensgarten 😉

Nur manchmal weiß ich gar nicht, was ich denn will. Also warum nicht einfach ausprobieren? Wenn’s mir nicht schmeckt oder gefällt versuche ich bei der nächsten Aussaat eben etwas Anderes. Deshalb bin ich nicht ärgerlich, vorwurfsvoll oder bereue was gewachsen ist, sondern nehme es als Erkenntnis, ohne ein Urteil.

Jede Saat braucht Zeit zum Aufgehen, wachsen, blühen und Früchte tragen. Das erfordert Geduld und Gelassenheit – es sein lassen, ungestört. 

Ohne Erwartungen und nicht im Eiltempo nach dem Gewinn trachten.

Sich um seinen Lebensgarten zu kümmern heißt auch nichts dem Zufall zu überlassen. Interessiert, aufmerksam und vor allem bewusst die Gestaltung dieses Garten des Lebens  in die eigenen Hände nehmen.

Wer sich für Bohnen entscheidet und Bohnen sät – wird Bohnen ernten.

Wer sich für Liebe entscheidet und Liebe sät – wird Liebe ernten. 

IMMER❣️

Mein Garten

Mein Garten ist ein Liederbuch,
Die Rosen und Reseden
Verstreuen weichen Wohlgeruch,
Im Wind die Bäume reden;
Sie flüstern Märchen mancherlei
Aus meines Lebens Gängen,
Wie oft ich Tor gewesen sei
Im Säumen und im Drängen.

Doch ob ich oft das Glück verschlief
In Lenz- und Sommerwinden,
Umsonst die Füße blutig lief,
Mich an ein Ziel zu finden –
Ich traure nicht. Was kam und schied,
Verzichten und Erwarten,
Geht wie ein fernes, altes Lied
Traumhaft durch meinen Garten.

© Jakob Christoph Heer

Sich achtsam, ausgiebig, mit Hingabe und Begeisterung dem Garten (Körper, Geist, Seele, Familie, Mitmenschen, Tiere, Natur und Umwelt, Arbeit, Berufung und Herzenswünsche) zu widmen, sodass alles „Wohl steht“, verspricht am Ende eine reiche Ernte, die auf Genuss zurückblicken lässt.

So sind auch die Jahreszeiten mit einzubeziehen:

  • Der Frühling ist wie die Kinderstube des Lebens, in dem alles Wachsen beginnt.
  • Der Sommer ist der Höhepunkt. Voller Vielfalt, Möglichkeiten und Entwicklung.
  • Der Herbst ist die Erntezeit. Alles ist gereift und steht in Hülle und Fülle.
  • Der Winter. Still, langsam, ruhig, zurückziehend. Genießende Nachbetrachtung, in der Gewissheit, dass der ewige Kreislauf des Lebens ständig von Neuem beginnt…

Ein Garten, der mit Hingabe, purer Freude, Dankbarkeit und Liebe geführt wird, ist ein Ausdruck der Lebendigkeit des Seins.

Pflanzendüfte sind wie Musik für die Seele.
© Persisches Sprichwort

Schöpfe Gesundheit aus deinem eigenen Garten
© Gärtner Pötschke

Kommentar verfassen