Aufwachen

Vom Glück des Erwachens

Aufwachen
Im Radio läuft der Sender N-JOY…
„Wie lautet die Überschrift deiner Biografie?“ fragt der Moderator.
Aufwachen!
Aufwachen kommt es mir in den Sinn.

So viele Male im Leben war ich nicht wirklich da, wo ich gerade bin.
Gefangen in meinen Gedanken, in meinen Schmerzen, in der Suche nach dem Sinn. Eine ständige Jagd, nach dem Ziel, nach Glück, Erfüllung, Anerkennung und der Heilung von Krankheiten. Aufwachen, mehr braucht es nicht.
Dann ist alles verblüffend einfach. Geradezu lächerlich, die „Bemühungen“, die man anstellt. Das zu erkennen, habe ich lange gebraucht und das war gut so.
Denn das Leben ist eine Entwicklung.
Evolution…
Ach, und dann sind da ja noch die „Gene“!
Hab ich alles von Mama und Papa, Oma und Opa. Ich kann nichts dafür.
Es gibt keine Heilung. Sehr bequem kann man es sich mit dieser Einstellung machen und gar nicht erst anfangen genauer hinzusehen und etwas zu verändern.
Schicksal (müsste eigentlich „Machsal“ heißen 😉).
Gene kommt von Generation. Ein weitergeben von Einem zum Anderen.
Von Generation zu Generation.
Und wieder heißt es nur „Aufwachen“!

Vielleicht geht es uns am Ende wie in dieser kleinen Geschichte:
Ein Genforscher macht sich auf die Reise zum Gipfel der wissenschaftlichen Erkenntnis. Oben angekommen, trifft er dort meditierend den Erleuchteten. „Was machst den Du hier?!“ ruft er erstaunt aus. Der andere lächelt ihm zu: „Wo hast du denn so lange gesteckt?!“

Das Aufwachen ist jedoch nicht mit einem Mal getan und von da an bleibt man ständig wach. Könnte vielleicht so sein, doch ich schlafe manchmal wieder ein und brauche gelegentlich einen Anstoß.
Macht nix 😄

Oft werde ich gefragt, wie ich bestimmte Krankheiten überwunden habe.
Tja, das war eine lange Suche, die seine Entwicklung brauchte. Unzählige Bücher, Vorträge, Seminare, Internet Foren, Studien, Ärzte, Heilpraktiker, Heiler, Behandlungen, Medikamente, Operationen, Psychotherapie, Physiotherapie, Akupunktur, Yoga, Ernährungsumstellung…
Alles wichtig, hilfreich und unterstützend, doch letztlich war die Lösung: „Aufwachen“.

Wie erkläre ich dir nun aber, wie aufwachen funktioniert?

Wenn du tief schläfst, brauchst du vielleicht einen Wecker zum Aufwachen.
Im übertragenen Sinne könnte das eine Krankheit sein. Aber auch alles andere, das Unbehagen verschafft. Ein Wecker eben 😜
Frag dich:
Was hat zu dieser Krankheit geführt?
Was habe ich getan oder nicht getan, was mir schadet?
Nie ist Krankheit eine Strafe. Immer nur ein Hinweis auf nicht lebensgerechtes Verhalten. Durch einen Wecker aufzuwachen kann allerdings unangenehm sein.

Wenn du tief schläfst und ungestört ausschlafen darfst, brauchst du keinen Wecker. Du wachst auf, wenn du aufwachst.
Meistens ist das recht angenehm. Vielleicht weil es nichts zu befürchten gibt.

Nun, kannst du MIR erklären, wie das Aufwachen funktioniert? 😅

Immer suchen wir nach Experten, Wissenschaften, nach Geheilten, die uns die Lösung für unser Problem präsentieren.
Doch wie kann jemand anderes für uns aufwachen?
Wie kann ein anderer uns erklären, wie wir zu leben haben?
Und wollen wir das überhaupt?
Solch gut gemeinte Ratschläge wirken doch meist wie Schläge, findest du nicht auch?

Ich habe früher Yoga und Meditation immer als Mittel zum Zweck betrachtet.
Es sollte mir helfen, weniger oder gar keine Migräne mehr zu bekommen.
Weniger gestresst zu sein und mit allem Entspannter umzugehen.
Meine Gedanken drehten sich immer nur darum, etwas weg haben zu wollen und auf der Hut zu sein, bloß nichts falsch zu machen, damit ich nicht wieder einem Leiden erliege.
Ich zog mich von allem zurück, litt still und fühlte mich bedauernswert.
Es ist müßig ständig auf der Suche nach Erleichterung zu sein.
Ständig in einer Erwartungshaltung endlich die Erlösung in Diesem oder Jenem zu finden.
Irgendwann in der Stille der Meditation habe ich begriffen, dass es leichter wird, wenn man akzeptiert was ist, geschehen lässt, was von selbst geschieht, ohne Widerstand und wirklich die Schmerzen durchfühlt, durchlebt.
Ich erkannte, dass, wenn ich unter Schmerzen litt, wenn ich mich im dunklen Schlafzimmer verbarrikadierte und jeder Laut unerträglich wirkte, ich nur weglief vor meinem Leben.
Aus Angst vor Überforderung.
Aus Angst Erwartungen nicht zu erfüllen.
Ich erkannte, dass nur ich die Kraft hatte mich zu befreien, von dem Druck, den ich mir selbst immer wieder auferlegte und niemand sonst mir diese Lösung abnehmen konnte.
Ich erkannte, dass ich selbst die Quelle meiner inneren Heilung bin.

So nimmt Yoga heute nicht mehr den Stellenwert des „Heil werden“ ein, sondern ist einfach nur ein Genießen.

Es nützt wenig, wenn ich erkenne, dass mein Partner, mein Job, meine Selbstzweifel oder der Groll über ein vergangenes Erlebnis mich krank machen, wenn ich in der Folge alles so lasse, wie es ist.
Ich habe etwas falsch gemacht.
Ich habe schon viel falsch gemacht.
Aus manchem habe ich gelernt, aus manchem nicht. Na und?
Dann mache ich es eben so lange weiter falsch, bis ich es lerne.
Diese Sicht befreit davor Schuldgefühle zu entwickeln und mich selbst zu verurteilen.
Ohne Kritik, keine Krankheit.
Und wenn Krankheit, so darf sie da sein und mir zum Nutzen werden.

Aufwachen.
Es liegt in unserer Hand.
Du kannst in jeder Sekunde neu entscheiden, ob du lieber deine Sorgen und Ängste pflegen willst oder die Freude und den Genuss am Leben, trotz all seiner Herausforderungen.

Aufwachen- Erwachen.
Werden, was ich längst schon BIN…
So einfach, so mühelos, so heilsam, so unerklärlich!

Ein Mensch mit Frieden in der Seele,
ist wie eine Sonne im Haus, die Nebel und Wolken aufzehrt“
© Albert Schweitzer

Wach auf, lass deine Sonne strahlen ✨

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